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Gedanken zur Hormonersatztherapie (April 2016)

Menopause bedeutet den Zeitpunkt der letzten Menstruationsblutung mit nachfolgender Blutungsfreiheit von 12 Monaten, nicht aber das Erlöschen der Produktion weiblicher Hormone. Diese können über den Zeitpunkt der Menopause hinaus in verschiedenen Organen des weiblichen Körpers weitergebildet werden. Beispielweise können Fett und Muskelzellen Östrogene bilden. Des gleichen kann in Nervenzellen Progesteron gebildet werden und schließlich produzieren Eierstöcke und die Nebennierenrinde noch Jahre nach der Menopause Androgene.

Die grundlegende Frage, ob eine Frau eine Hormonersatztherapie benötigt oder nicht, hängt in erster Linie von den körperlichen und psychischen Symptomen ab, die durch den Hormonmangel hervorgerufen werden. Anders kann die Situation sein, wenn vor der Menopause ein erhöhtes Risiko für Osteoporose vorliegt.

Leitsymptome des Östrogenmangels sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und Trockenheit von Haut und Schleimhäuten.

Leitsymptome des Progesteronmangels sind unregelmäßige Zyklen, Wassereinlagerungen ins Gewebe, Brustspannen, depressive Verstimmungen sowie ebenfalls Hitzewallungen.

Symptome des Androgenmangels können mit dem Verlust von Libido, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen und chronischer Erschöpfung einhergehen.

Es ist nicht notwendig, die Anwendungsdauer der Hormonersatztherapie willkürlich zu beschränken. Daten aus Studien bestätigen generell bei gesunden Frauen, die mit der Behandlung vor dem 60. Lebensjahr beginnen, eine sichere Anwendung für mindestens fünf Jahre. Eine Fortsetzsetzung der Therapie über diesen Zeitpunkt hinaus kann bei entsprechendem Risikoprofil sinnvoll sein.

Die alleinige Östrogenersatztherapie ist nur bei Frauen nach einer Gebärmutterentfernung oder für die vaginale Anwendung indiziert.

Frauen mit Gebärmutter dürfen keine alleinige Östrogenersatztherapie erhalten, sie benötigen zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut zusätzlich ein Gestagen.

Rezente Publikationen, Leitlinien und Expertinnen- bzw. Expertenmeinungen kommen heute zu dem Schluss, dass bei Therapiebeginn vor dem 60. Lebensjahr bzw. innerhalb der ersten Dekade nach der Menopause bei differenzierter Indikationsstellung und Berücksichtigung des individuellen Beschwerde- und Risikoprofils der Nutzen der Hormonersatztherapie gegenüber potenziellen Risiken überwiegt.

  

Wirkung der Hormone auf verschiedene Organsysteme

Das Herz-Kreislauf-System

Wird die Hormonersatztherapie früh genug begonnen, wirkt sie sich günstig auf die Herz-Kreislauf-Situation aus. Bei Beginn einer Hormonersatztherapie nach dem 60. Lebensjahr ist mit einer Zunahme des kardiovaskulären Risikos zu rechnen.

Der Knochen

Bereits in den 1940er Jahren wurdeder positive Einfluss der Östrogene auf das Skelett und den Kalziumstoffwechsel beschrieben.

Die Hormonersatztherapie ist eine wirksame und sinnvolle Behandlung zur Vorbeugung osteoporotisch bedingter Knochenbrüche unabhängig von klimakterischen Beschwerden.

Der Urogenitaltrakt

Eine lokal niedrig dosierte Östrogentherapie ist bei Frauen Mittel der Wahl, bei denen Symptome wie vaginale Trockenheit oder Unbehagen während des Geschlechtsverkehrs auftreten. Auch urologische Beschwerden, wie immer wiederkehrende unkomplizierte Harnwegsinfekte sowie Symptome einer Dranginkontinenz, können dadurch gebessert werden.

Extragenitale Erfolgsorgane

Es zählen auch Haut und Hautanhangsgebilde (trockenes Auge) sowie die Gelenke - hier vor allem die kleinen Fingergelenke - zu den östrogenabhängigen Zielorganen, welche sowohl durch eine systemische als auch durch eine lokale Hormonersatztherapie positiv beinflussbar sind.

Das Gehirn

Beginnt man eine Hormonersatztherapie vor dem 60. Lebensjahr bzw. innerhalb der ersten Dekade nach der Menopause und wird diese zudem viele Jahre durchgeführt, scheint die Therapie eine vorbeugende Wirkung auf die Entstehung von Morbus Alzheimer zu haben.

 

Karzinome

Das Mammakarzinom

Die mögliche Assoziation zwischen Hormonersatztherapie und Brustkrebs wird noch immer kontroversiell diskutiert, was viele Frauen verunsichert. Große Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die existierenden Daten aus mehreren Studien zeigen, dass das Brustkrebsrisiko von der Art, der Dosis und der Verabreichungsform der Hormonersatztherapie abhängt. Gleichzeitig erweist es sich als sinnvoll, in die Beratung auch Lifestyle-Empfehlungen einfließen zu lassen.

Daten zeigen, dass bei einer 5 Jahre dauernden Hormonersatztherapie maximal mit 2 zusätzlichen Brustkrebsfällen, bei einer 10 Jahre dauernden Hormonersatztherapie maximal mit 5 zusätzlichen Brustkrebsfällen pro 1000 Frauen zu rechnen ist. Dagegen verursacht Übergewicht 45 zusätzliche Brustkrebsfälle pro 1000 Frauen, Rauchen 24 Brustkrebsfälle pro 1000 und Bewegungsmangel 27 Brustkrebsfälle pro 1000 Frauen.

Das Ovarialkarzinom

Möglicherweise kommt es unter einer Hormonersatztherapie bei manchen Frauen zu einer minimalen Zunahme (d.h. 1 zusätzliches Ovarialkarzinom pro 1000 Frauen) bestimmter Typen des Eierstockkrebses.

Das kolorektale Karzinom

Unter einer kombinierten HRT konnte bereits nach kurzer Einnahmedauer eine Risikoreduktionfür Darmkarzinome gezeigt werden.

 

Abschlussbemerkung

Die Hormonersatztherapie sollte immer Teil einer Gesamtstrategie sein. Notwendige Begleitmaßnahmen wie bewusste Ernährung und Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung, lediglich moderater Alkoholkonsum und regelmäßige Bewegung sind ausdrücklich anzuraten.

Bei strenger Indikationsstellung und Berücksichtigung individueller Faktoren überwiegt der Nutzen der differenzierten Hormonersatztherapie die damit verbunden Risiken. Die Hormonersatztherapie ist die wirksamste Methode zur Behandlung klimakterischer Beschwerden. Sie sollte, solange die Beschwerden anhalten, bei symptomatischen Frauen vor dem 60. Lebensjahr bzw. innerhalb der ersten Dekade nach der Menopause mit der individuell niedrigsten möglichen Dosis durchgeführt werden.

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